FASTENZEIT – Wenn möglich: Bitte wenden

Liebe Gemeindemitglieder im Seelsorgebereich Frankenwald,
wir alle kennen diese freundlichen Worte, die von der netten Stimme des Navigationsgeräts gesprochen werden, wenn man sich verfahren hat. Irgendwann nervt dann das Navi, wenn es wiederholt zu bedenken gibt, man möge doch bitte umkehren. Doch meist hat es recht.
Diese Aussage: „Wenn möglich, bitte wenden“ bedeutet, dass man am Ziel vorbeigefahren ist oder eine Abfahrt übersehen hat. Nicht immer bietet sich sofort eine Möglichkeit zu wenden.
Mitunter muss man einen Teil des schon zurückgelegten Wegs zurückfahren.
Und genau das ist für mich das, was Fastenzeit meint:
- das alltägliche Einerlei unterbrechen
- alte Denkmuster überprüfen
- eingespielte Gewohnheiten ablegen
- aussteigen aus dem „Das war schon immer so“
- aufbrechen aus allem, was Leben beschwert und belastet
Quasi den Blick wenden und einen neuen Blick auf die Welt, auf das eigene Leben bekommen. So gesehen ist die Fastenzeit ein Geschenk!
Nehmen wir dieses Geschenk an, um nachzudenken, umzudenken, nachzujustieren, umzukehren, Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten und den Lebenskompass neu auszurichten.
Lassen wir uns gespannt auf Neues ein und ermöglichen so, dass wir wach, aufmerksam und achtsam durch das Leben gehen.
Mir persönlich gefällt dieser Gedanke. Ich werde in der diesjährigen Fastenzeit den Blick wenden und achtsamer durchs Leben gehen!
Achtsamkeit beginnt dabei für mich im Kleinen. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein: Eine Pause, ein nettes Wort für einen lieben Menschen, ein kurzer Spaziergang.
Ich lade auch sie dazu ein, diese Fastenzeit bewusst ACHTSAM zu leben.
Dazu ein paar Ideen, die für jeden sofort umsetzbar sind:
- Den Tag bewusst beginnen: Bei einer Tasse Kaffee oder Tee, eine Kerze entzünden und ein paar Minuten die Stille, die Ruhe genießen
- Einem Menschen meine Aufmerksamkeit schenken: mein Ohr leihen, einen Rat geben, durch eine nette Geste ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubern
- Einmal täglich auf mein Herz hören
- Den Abend ausklingen lassen mit einem kurzen Rückblick auf den Tag:
- Worüber habe ich mich heute gefreut?
- Wofür bin ich heute dankbar?
Übrigens bin ich der Meinung, dass Achtsam leben auch heißt, sich nicht gefangen nehmen lassen von Ärger, Pessimismus und Resignation.
Ich wünsche uns allen Freude am achtsamen Leben. Mut und Vertrauen um den eigenen Blick immer wieder neu auszurichten und umzudenken, sowie ganz viel Freude beim eigenen Neubeginn.
Im Übrigen, Gott hilft und begleitet uns dabei, denn unser Wohl liegt ihm am Herzen. Nicht nur in der Fastenzeit, sondern auch darüber hinaus!
Deshalb: wer bisher noch den üblichen Weg geht:
Bitte wenden – werde achtsam!
Kathrin Ritter