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Papst Franziskus hat viele Impulse gesetzt!

Pfarrer Pötzl bei der Papstaudienz in Rom
Datum:
Veröffentlicht: 23.4.25

„Papst Franziskus ist gestorben.“ Dieser Satz stand auf einem kleinen Zettel, den mir der Marienrother Mesner Markus Müller während der Messe auf den Altar gelegt hat. Um 10 Uhr haben wir in Marienroth mit zwei Kindern und 14 Kommunionjubilaren die Messe gefeiert. Am Ende des Gottesdienstes habe ich dann unsere Gläubigen über den Tod des Papstes informiert. Ein Raunen ging durch die Kirchenbänke. Dass der Papst schwer erkrankt war, wussten ja alle. Dass er sich beim österlichen Segensgebet „Urbi et orbi“ sehr anstrengen musste, haben viele mitbekommen. Dass er nun aber über Nacht gestorben ist, hatte keiner erwartet.

Wir haben natürlich gemeinsam für den Papst gebetet. Die Kirchenglocken haben lange geläutet. Ostern ist das Fest, an dem wir den Sieg Jesu über den Tod feiern und an seine Auferstehung denken. Es ist tröstlich zu glauben, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang des neuen Lebens ist. Papst Franziskus ist seinen Weg gegangen, er hat viele Impulse gesetzt und versucht, die Geschicke der Kirche gut zu lenken. Nun ist er an seinem Ziel angekommen. Mit Dankbarkeit und Hoffnung dürfen wir Abschied nehmen.

Papst Franziskus habe ich zum ersten Mal „live“ erlebt, als wir mit einer Jugendgruppe im Jahr 2013 beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro waren. In beeindruckenden Gottesdiensten an der Copacabana mit einer Million Jugendlichen hat er von seiner Hoffnung gesprochen. Er hat ermutigt, dass man das Leben in die Hand nehmen soll, mutig in die Zukunft blicken darf und immer wieder versuchen soll, das Gute zu tun. Eindrücklich hat er darauf hingewiesen, dass die Welt keine „Couch potatoes“ braucht, sondern engagierte Christinnen und Christen, damit Gottes Reich unter den Menschen sichtbar wird.

Mit unserer Jugendgruppe haben wir im Rahmen des Weltjugendtages natürlich auch Rio de Janeiro erkundet. Unter anderem waren wir in einem der vielen Armenviertel einer so genannten Favela - unterwegs. Plötzlich kamen uns viele Polizisten entgegen, die die Straße absperrten. Ein Hubschrauber kreiste über dem Stadtviertel. Und dann kam uns ganz unvermutet Papst Franziskus in seinem kleinen Fiat entgegen. Es war ihm ein Anliegen, bei den Armen zu sein und auf ihr Schicksal hinzuweisen. Sein Lebensstil und seine Botschaft waren überzeugend.

Die nächste Begegnung ergab sich im Rahmen der Ministrantenwallfahrt 2014. Beim Empfang von 50 000 Ministranten auf dem Petersplatz ist auch das Bild im Anhang entstanden. Der Papst hatte sich viel Zeit für die Audienz genommen. Begegnungen waren ihm sehr wichtig. Als er hörte, dass unsere Gruppe aus dem Erzbistum Bamberg kam, hat er erzählt, dass er ja auch mal im Rahmen seines Studiums kurze Zeit in Rothenburg ob der Tauber gewohnt hat und dass er sich gerne an die Zeit in Deutschland erinnert. Etwas augenzwinkernd fügte er hinzu, dass seine Deutschkenntnisse aber nicht mehr so gut seien.

Papst Franziskus hat seinen Dienst an der Einheit der Kirche ernst genommen. In herausfordernden Zeiten war es sicher nicht leicht, allen Menschen gerecht zu werden und alle Meinungen in gleicher Weise zu berücksichtigen. Sein Anliegen, den Weg der Synodalität zu gehen und im Austausch und im Gebet konsensfähige Wege in die Zukunft zu finden, hat die Kirche geprägt. Trotz seines hohen Alters ist es ihm gelungen, immer wieder neue Impulse zu setzen.